Kleiner Schlosshof

Panorama test 2

360° Panorama vom Kleinen Schlosshof (Huy Tao, 2017)

 

Von der Glaskuppel geschützt, ist heute der Kleine Schlosshof im Mittelpunkt des Museums. Hier kann man die Kasse, den Informationstand sowie die Zugänge zum Museumsladen, zur Kunstbibliothek und zu den Sammlungen finden.


Gliederung

 

1. Der Kleine Schlosshof

2. Die Englische Treppe

3. Die Umbauten des Residenzschlosses im Barock 

4. Das 3D Model

 

Der Kleine Schlosshof

 

Ursprünglich war der Kleine Schlosshof ein freier Platz vor der spätmittelalterlichen Burg. Er wurde zum Schlosshof umgeformt, als der Kurfürst von Sachsen Christian I. das Residenzschloss vergrößern wollte, um es als Residenz auf europäisches Niveau zu heben. Unter Beteiligung des Oberzeugmeisters Paul Buchner wurden nun zwei Projekte für das Schloss angefangenen: Zuerst der Bau des Stallgebäudes (ab 1586) und die Neugestaltung des zweiten Schlosshofs mit der Einrichtung des zweigeschossigen Torhauses (ab 1589). Als Christian I. starb, war der Kleine Schlosshof aber unvollendet. Nur dank seiner Witwe Sophia konnte der Kleine Schlosshof im Jahr 1595 in der Struktur, die bis heute erhalten ist, fertiggestellt werden. Dafür wurde 1592 das sogenannte Schreyer´sche Haus erworben und ausgebaut. Es war ein stattliches ehemaliges Bürgerhaus südlich geradewegs an den Kleinen Schlosshof angrenzend und diente als Wohnsitz für die drei (damals noch minderjährigen) Söhne Christians I. Zur selben Zeit entstanden die zweigeschossigen Loggias auf der Süd- und Ostseite, die damit den Prinzensitz mit dem Ostflügel des Schlosses verbanden. In der südwestlichen Ecke des Kleinen Schlosshofes gab es einen schmalen Durchgang zum „Neunen churfürstlichen Garden“. Im 20 Jh. wurde der Kleine Schlosshof durch den Luftangriff teilweise beschädigt und ab 1994 dank langer Bauarbeiten in den jetzigen Zustand gebracht.

 

The „Kleiner Schlosshof“ used to be a small area adjacent to a late medieval castle. It was repurposed into a castle courtyard by the Elector of Saxony, Christian I., in order to raise the Residenzschloss to  the european standart. With the involvement of Oberzeugmeister Paul Buchner, two projects were created: the construction of the Stallgebäude was initiated in 1586 and the creation of a two storey gatehouse started in 1589, with the purpose of recreating the second castle courtyard. Christian I. died before the construction was complete, but due to his widow Sophia, the „Kleine Schlosshof“ finished its construction in 1595. These structures still stand today, more than 400 years later. The so called Schreyer´sches Haus was purchased in 1592 and expanded upon. It was a stately sized house bordering the „Kleiner Schlosshof“. It functioned as living quarters fort he three sons of Christian I. At the same time two storey loggias were constructed on the east and west side, so the prince domicile was connected to the castle. In the south western corner of the „Kleiner Schlosshof“ there was a passage to the „Neunen churfürstlichen Garden“. The „Kleiner Schlosshof“ was partially damaged during World War 2, but starting in 1994 it was returned to its current state.


 

Das Portal im Kleinen Schlosshof

Das Starcke Portal im Kleinen Schlosshof
Das Starcke Portal im Kleinen Schlosshof, Foto von Ermenegildo Antonio Donadini, um 1892, Eigentümer: SLUB, Deutsche Fotothek, http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/80819131

In barocken Zeiten wurden zwei Portale vom Architekt Starcke im Residenzschloss errichtet. Ein Portal befindet sich im Großen Schlosshof und wurde zuerst als repräsentativer Hauptgang zum Kleinhof und zur „Englischen Treppe“ gebaut. Das Starcke Portal im Kleinen Schlosshof ist eine vereinfachte Version.

Der Eingang ist durch Rustezierungen und seitliche Lisenen mit Fruchtgehängen gekennzeichnet anstatt durch doppelte toskanische Säulen. Im zweiten Geschoss fehlen die Statuen und die Türöffnung ist mit schmalen Lisenen gerahmt, statt Voluten mit Fruchtgirlanden, Rosetten und Frauenmasken. Auf dem Bogen rezitiert ein Schlusstein das Motto des Kurfürsten: „Jehova Vexilium Meum“ (Der Herr ist mein Schild).

 

 








Der Georgsbrunnen 

Der Georgsbrunnen ist ein Gedächtniswerk für den König Georg von Sachsen, der 1904 starb. Es wurde vom königlich-sächsischen Ministerium des Inneren an den Bildhauer Artur Volkmann in Auftrag gegeben. Es wurde im selben Jahr in Rom geschaffen, wie die Inschrift ins Reliefs „A. VOLKMANN, 1904. ROM.“ beweist. 

 

 

Die Glaskuppel

Blick auf das Dresdner Schloß
Blick auf das Dresdner Residenzschloss, Eigentümer: euroluftbild.de, http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/71007700

Die Glaskuppel kommt aus dem Bedürfnis, um ein Geschütze Raum zu haben, um die Besucher zu empfangen. Hier befindet sich auch die Zugänge zum Museumsladen, zur Kunstbibliothek und zu den Sammlungen. Diese moderne Gestaltung wandelt komplett das Wesen des Kleinen Schlosshof, indem die äußeren Fassaden in innere Wände werden und die Renaissance Elemente durch eine moderne Architektur sich verbinden. 

Die Glaskupel wurde vom Architekten Peter Kulka entworfen, der auch an andere Teile des Schlosses erneuert hat. Ein ähnliches Liniennetz-Dekor kann man auch auf die Decke des Riesensaal wiederfinden.
Hier ein Link zu diesem Projekt:

 

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Die Englische Treppe

Die „Englische Treppe waren seit der Entstehung die Repräsentativen Haupttreppe des Residenzschlosses und fuhren direkt zum Riesensaal. Sie wurden zwischen 1692 und 1693 einrichten für einen bestimmten  Anlass :  der feierlichen Einkleidung des Kurfürsten Johann Georg IV. in den Hosenbandorden. Die Bezeichnung kommt auf diese Ereignis.
 
 Im Jahr 1701 wurden durch den großen Schlossbrand teilweise geschädigt und nur im Jahr 1718-19 renoviert für der Hockzeit des Kurprinz Friedrich August II. Von Sachsen mit der Kaisertochter Maria Josepha. Dank eine Serie von Kupferstichen („Mappe der Festlichkeiten 1719“) können wir genau wissen, wie damals die Treppen ausgesehen haben. Nur wenige Jahre später wurden die Fensterar am 2. Und 3. Obergeschoss verdeckt, wegen die  Aufstockung des Löwentor im Jahr 1727.

 

Die nächste Änderung kam nur im 19 Jh., als eine Umgestaltung in Neobarock von Gustav Frölich geplant wurden. Von 1894 bis 1896 wurden vier Puttengruppen mit Kandelaber aus Messing auf den freien Sockeln am Aufgang vom ersten zum zweiten Geschoss ausgestellt.

Bis zu Kriegszerstörung blieb die Englischen Treppe die Haupttreppe des Dresden Schlosses. Dank der lange Restaurierung 2004-10 könnten sie in voller Pracht wieder erblühten.

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Die Umbauten des Residenzschlosses im Barock

 

Grundrißplan, Entwurf zur Umgestaltung von Schloß und Zwinger (Eigentümer SLUB, Deutsche Fotothek)
Grundrißplan, Entwurf zur Umgestaltung von Schloß und Zwinger, Eigentümer:SLUB, Deutsche Fotothek, http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/32020442/df_hauptkatalog_0095533.

Unten Christian II. wurde die Straffitobemalung im Großen Schlosshof im Jahr 1602 vollständig erneuert, die Innenräume von den Malern Wehme, Treuding und Göding geschmückt und der Riesensaal sowie die Kappelle ausgestaltet. Außerdem wurde unter Johann Georg I. 1627 bis 1630 der Riesensaal komplett ausgebaut und bemalt. 

Während im 17. Jahrhundert im Residenzschloss überwiegend nur renoviert wurde, änderte sich die Geschichte des Schlosses 1701, als ein Brand fast die Hälfte des Schlosses zerstörte. August der Starke, der seit vier Jahren König von Poland-Litauen geworden war, hatte er plötzlich kein prachtvolles Schloss mehr. Der Befehl, neue Projekte für das Residenzschloss einzuliefern, kam prompt und der Landbaumeister Marcus Conrad Dietze plante bereits eine majestätische Anlage nach Bernini. Um diese Projekt zu verwirklichen, musste das gesamte Residenzschloss abgebaut werden. Wir erhalten noch weitere Bauprojekte, die uns zeigen können, wie der Geschmack und die Wünsche von August dem Starken waren. Aus verschiedenen Gründen wurden aber keine dieser Projekte realisiert. Stattdessen werde dZwinger und den Taschenbergpalais gebaut.

 

 

 

 

 

 

 

3D Model



Über den kleinen Schlosshof :  

  • Syndram, Dirk: Das Schloss zu Dresden, Leipzig 2015.
  • Hertzing, Stefan:  Das Barocke Dresden, Architektur eine Metropole des 18. Jahrhundert, Petesberg 2013. 
  • Jaeger, Falk : Überdachung Kleiner Schlosshof, Residenzschloss Dresden : Peter Kulka Architektur Dresden, in : Deutsches Architektur-Jahrbuch (2010), S. 114-119. 
Über die englischen Treppe :
  • Kiesewetter, Arndt, und Oelsner, Norbert:  Die "Englische Treppe" im ehemaligen Dresdner Residenzschloss. Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte einer der frühesten repräsentativen Innentreppen des Barock in der deutschen Schlossbaukunst, in: Denkmalpflege in Sachsen, Dresden 2010, S. 6-23.
  • Schnitzer, Claudia: “... daß dadurch der späten Nachwelt ein unauslöschliches Andencken erwüchße". Die Darstellung der Paradegemächer des Dresdener Residenzschlosses in der geplanten Festbeschreibung zur Vermählung 1719, in: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 34. (2008), S. 40-83. 2010

Über den barocken Umbauten : 

  • Syndram, Dirk, und Peter Ufer, Die Rückkehr des Dresdner Schlosses, Dresden 2006.
  • Menzhausen, Joachim: Das Dresdner Schloss im Barock, in : Dresdner Hafte 38 (1998),  S.32-41.
  • Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hg) : Das Dresdner Schloss, Monument sächsischer Geschichte und Kultur, Dresden 1992.

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